Weihnachten kommt. Na und? Irgendwie hab ich dieses Jahr das Gefühl, dass eher die vielen Krisen als Weihnachten diese Zeit bestimmen: Wirtschaftskrise und Klimakrise allen voran, ganz im Verborgenen schließlich Beziehungskrisen oder Krisen mit sich selbst. Interessant, dass das nicht nur mir auffiel, sondern auch
Jürgen Werth, der auf seinem Blog nachfolgenden Text veröffentlichte, den ich in leicht abgewandelter Form hier wiedergeben möchte, da er mir voll aus dem Herzen spricht.

Alle reden von der großen Krise. Und nun kommt Weihnachten. Passt das zusammen? Krise und Weihnachten? Kann man in der Krise überhaupt richtig Weihnachten feiern?
Ich behaupte: Man kann nur in der Krise richtig Weihnachten feiern!
Denn Weihnachten ist ein Krisenfest.
OK, wir haben das weitgehend vergessen. Haben aus Weihnachten ein zuckersüßes Stimmungsfest gemacht. Die Hoch-Zeit der Gemütlichkeit. Was ja schön ist. Aber doch bestenfalls die halbe Wahrheit ausmacht.
Das erste Weihnachten nämlich fand mitten in der Krise statt. In einem besetzten und ausgebeuteten Land am Rand des römischen Imperiums. Auf verdorrten Hirtenfeldern am Rand einer kleinen Stadt. Ein Baby wird geboren und die Eltern können ihm nicht einmal ein warmes Bettchen bieten. Ein Futtertrog ist sein erstes Zuhause.
Maria und Josef und Jesus – was sie in jenen Tagen erleben und erleiden, ist alles andere als gemütlich.
Aber vielleicht versteht man Weihnachten nur dann so richtig, wenn die Gemütlichkeit ausbleibt. Denn das ist die Botschaft dieses außergewöhnlichen Festes: Gott kommt die Krisen unseres Alltags! Gott erleuchtet die Dunkelheiten unseres Lebens! Gott entmachtet die Hoffnungslosigkeiten unserer Wirklichkeit! In Jesus steckt die ganze Liebe Gottes.
Wäre er nicht gekommen, säßen wir immer noch vaterseelsenallein auf unserem blauen Planeten und wüssten nicht wohin mit unseren Ängsten, unseren Verletzungen, unserer Schuld. Unsere Sehnsucht nach dem Himmel bliebe auf ewig ungestillt.
Doch nun ist der Himmel aufgerissen und hat die Erde mit seinem Licht durchflutet. Weihnachten ist das Hoffnungsfest! Das Zuversichtsfest! Das Befreiungsfest! Weihnachten ist Jesusfest! Ein Fest für Menschen in der Krise. In der Krise haben Menschen immer wieder hautnah gespürt, was Weihnachten im Tiefsten bedeutet: Gott kommt in unsere Welt! Wir sind nicht allein! Niemals! Das Kind in der Krippe ist Gott in unserer Haut.
Wer’s begreift, fängt plötzlich an zu staunen und zu beten und zu singen. „O du fröhliche, o du selige Gnaden bringende Weihnachtszeit!“
Ich wünsche Dir ein fröhliches Jesusfest!
Herzliche Grüße
Der Johannes